Weinbeschreibung
aus getrockneten Trauben wird diese toskanische Spezialität gekeltert. Herr Toricelli ist ein 'alter Fuchs'. Den braucht's für so einen leckeren Vin Santo ohne die (abgedroschenen) Tricks (Mostkonzentration, Osmose) der Modeweingüter drumherum. Schleckige Italiener tunken Mandelkekse (Cantuccini) hinein, schleckige Weinhändler auch manchmal.
Erzeuger
Klassischer könnte eine typisch toskanische 'Fattoria' sich garnicht präsentieren: Auf dem Hügel thront die schmucke Villa der Besitzer. Unterhalb liegen die verschachtelten und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ergänzten Betriebsgebäude des Guts und die Häuschen der Landarbeiter um einen alten Brunnen gebaut. Allen gemeinsam ist der herrliche Blick in Richtung Süden/Siena: Bilderbuchtoskana. Während die Besitzer im fernen Rom ihrem eigentlichen Erwerb nachgehen, organisiert vor Ort ein spitzbübisch-verschmitzter Verwalter das tägliche Leben auf Concadoro. Benito Toricelli ist ein alter Fuchs, die langjährige Erfahrung sieht man ihm nicht unbedingt an, aber sie hilft ihm enorm, aus den auf dem Gut wachsenden Produkten das Beste zu machen, auch wenn die Besitzer ihn nicht immer mit den notwendigen Investitionen in modernes Material unterstützen. Vielleicht ist das sogar gut so, 'modernistischen' Chianti gibt es ja heute an jeder Ecke, und nicht selten leidet darunter die Authentizität. Concadoro umfasst insgesamt um die 200 Hektar, nur etwa 25 davon sind mit Reben bestockt, noch einmal annähernd die doppelte Fläche mit Olivenbäumen. Der Rest ist Wald, und der hats 'in sich': Die Region Toskana hatte die sicher gut gemeinte Idee, dieses wunderschöne Stückchen Erde um- Castellina unter Naturschutz (und da-mit Jagdverbot) zu stellen. Seither haben sich die Wildschweine fast epidemisch vermehrt. Auf Concadoro sorgen sie in guten (Schweine-) Jahren für Ernteverluste bis zu 25%, wenn sie sich im September über die süßen Trauben hermachen. Wenn Herr Toricelli das garnicht mehr mitansehen kann, holt er die alte Schrotflinte hervor (mit der er auch schon manchem netten Menschen einen Schrecken eingejagt hat , der in der Villa nachts nach Brauchbarem suchte). Nur Eingeweihte wissen, wo auf Concadoro die leckeren Schinken hängen, und ab und zu gibts unter den Arbeiterfamilien ein kleines Festessen auf Wildschweinba-sis... Die Oliven werden im- Spätherbst von Hand gepflückt und täglich frisch auf der eigenen kleinen Ölmühle direkt zu einem der besten Öle verarbeitet, das ich kenne. Leider sind die Mengen nach den schweren Frösten von 1985 nur sehr gering, das Öl ist sehr schwer zu bekommen.
Rebsorte: Trebbiano, Malvasia
Alkoholgehalt: 19 % vol.
Trinktemperatur: 12 - 14°
Lagerpotenzial: jetzt + 10 Jahre
Speiseempfehlung: Desserts, feinem Gebäck