Genuss im Liebenauer Landleben

Wein ABC (A-L)





A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L


A

Alkohol
Alkohol entsteht durch Vergären von Zucker. Der Alkoholgehalt von Wein liegt in der Regel zwischen 9 und 14 Prozent. Vergorener Most gilt erst dann als Wein, wenn sein Alkoholgehalt über 8,5 Prozent liegt. Alkohol ist ein wichtiger Geschmacksträger im Wein. Weine mit hohem Alkoholgehalt schmecken in der Regel voller und weicher als solche mit geringem Gehalt. Dies wird auch bei der Herstellung von Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete (QbA) genutzt. Hier ist das Erhöhen des Alkoholgehaltes durch Anreichern erlaubt.
 
Anreichern
Auch Chaptalisieren genannt, erlaubtes Verfahren zur Erhöhung des Alkoholgehaltes im Wein. Dazu wird vor der Gärung zusätzlich Zucker zum Most gegeben.
 
Ausbau
Zum Reifen wird der frisch vergorene Wein in Fässer oder Tanks gefüllt, bevor er in Flaschen abgefüllt wird. Diesem Vorgang kommt vor allem beim Rotwein besondere Bedeutung zu. Durch den Kontakt mit Holz und mit Sauerstoff entwickelt der Wein zusätzliche Aromen und rundet seinen Geschmack ab. Gerade "große" Weine gewinnen durch die Fasslagerung zusätzliches Potential und werden harmonischer.
 
Ausdünnen
Bei dieser Maßnahme (auch Auslichten, Behangausdünnung, Grüne Lese, frz. Vendange vert = Grüne Ernte) werden im Sommer (meist im Juli, noch vor der Traubenverfärbung) noch grüne Trauben vom Stock geschnitten. Auf diese Weise wird eine verstärkte Anreicherung von Zucker und Extraktstoffen in den verbliebenen Trauben erzielt, die die geschmackliche Konzentration des Weins erhöht. Dies geht natürlich auf Kosten des Ertrages, kann aber eine enorme Qualitäts-Steigerung des Weines bewirken.
 
Auslese
Bezeichnung für die dritte Prädikatsstufe von Qualitätsweinen nach Kabinett und Spätlese. Die Lese darf frühestens eine Woche nach der Ernte von nicht so reifem Lesegut erfolgen. Für jedes Anbaugebiet und für jede Rebsorte gelten unterschiedliche Mostgewichte.
 
 
B
 
Barrique
Kleines Eichenholzfass mit 225 Litern Inhalt. Ursprünglich stammt dieser Fasstyp aus Bordeaux, wo er im Mittelalter eingeführt wurde. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatte er den rund viermal so großen Lagerbehälter, den Tonneau, als Transport- und Lagerbehälter so gut wie verdrängt. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Barrique allgemein den Ausbau des Weins in kleinen neuen Eichenfässern. Diese Art des Ausbaus beeinflusst den Stil und Charakter des Weines. Die Lagerung im Barrique reichert den Wein mit zusätzlichen Tanninen an und verändert den Reifungsprozess. Die Holzaromen werden dann an den Wein während der Reifung abgegeben.
 
Beerenauslese
Die neben der Trockenbeerenauslese höchste Prädikatsstufe. Sie entsteht aus überreifen, häufig edelfaulen Trauben.
 
Blauburger
Rote Rebsorte - Neuzüchtung durch Fritz Zweigelt an der Höheren Bundeslehr- und Versuchanstalt Klosterneuburg aus dem Jahre 1923. Kreuzung aus Portugieser + Lemberger. In Österreich wird der Blauburger auf etwa 1000 ha angebaut. Seit 1999 ist die Rebe auch im deutschen Bundessortenamt registriert. Die Sorte hat einen kräftigen aufrechten Wuchs und hohe Blütefestigkeit und ist für mittlere Lagen und Standorte geeignet. Sie stellt wenig Ansprüche an den Boden und bringt hohen, regelmäßigen Ertrag. Der Blauburger liefert kräftige dunkel gefärbte extraktreiche Rotweine mit guter Lagerfähigkeit. Er eignet sich auch als Deckwein.
 
Bouquet
auch Bukett. Französisches Wort für Blumenstrauß. Die Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe eines Weines. Das Bouquet entsteht aus dem Aroma der Traube (Primäraromen) und den Verbindungen, die sich im Laufe der Gärung, des Ausbaus und der Alterung entwickeln (Sekundäraromen).
 
Brut
Auch "herb". Geschmacksbezeichnung für trockenen Schaumwein oder Sekt. Darf bis zu 15 Gramm Restsüße enthalten.
 
Burgunder
Die "Stammeltern" der Burgunder-Familie wurden mit Hilfe gentechnischer Untersuchungen ermittelt. Wie der Österreicher Ferdinand Regner nachwies, handelt es sich um Schwarzriesling und Traminer. Bislang galt der Schwarzriesling als Abkömmling der Burgunderfamilie. Zu den Rebsorten der Burgunder-Familie zählen Grauburgunder, Weißburgunder, Frühburgunder, Spätburgunder, Chardonnay und Auxerrois.
 
 
C
Cabernet-Sauvignon
Die berühmteste Rotweintraube ist inzwischen in großen Teilen der Alten und Neuen Welt verbreitet. Dabei trat sie erst Ende des 18. Jahrhunderts mit der Entstehung der großen Weingüter in den Weinbergen von Bordeaux stärker in Erscheinung. In Deutschland als Versuchsrebe auf begrenzten Flächen zugelassen. Cabernet-Sauvignon unterscheidet sich von allen anderen verbreiteten Weinreben durch seine hohe Konzentration an Phenolen. Dadurch bringt er Weine mit tiefer Farbe und sehr langer Haltbarkeit hervor. Er reift spät und benötigt beste Lagen. Seine Struktur ermöglicht es dem Cabernet-Sauvignon, die Besonderheiten des Jahrgangs, der Weinbereitungs- und Anbautechnikten sowie des Terroir zum Ausdruck zu bringen.
Herkunft: Dank DNA-Analyse konnte 1997 der Nachweis erbracht werden, dass Cabernet-Sauvignon eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist.
Farbe: ziegel- bis schwarzrot; Aromen: grüner Paprika, Teer, Kaffee, Tabak. Die komplexen Aromen entwickeln sich häufig erst nach langer Lagerung. Geschmack: feinrassige bis kräftige Säure, sehr gehaltvoll.
 
Chardonnay
Die weltweit wichtigste Weißweinrebe der Burgunderfamilie gedeiht unter verschiedensten Klimabedingungen. Sie ist in fast allen Weinbauländern der Welt beheimatet. Das berühmteste Anbaugebiet ist Burgund.
Farbe: blass- bis goldgelb. Aromen: Melone, Nüsse, Butter, Pfirsich, Toast; Geschmack: breite, gefällige Art, eignet sich gut zum Ausbau im Barrique.
 
Classic
Der Begriff "Classic" kennzeichnet seit 2001 eine neue Weingeneration: Er steht für fruchtige, trocken schmeckende Rebsortenwein mit klarem Qualitäts- und Geschmacksprofil im mittleren Preissegment. Classic-Weine lassen sich ideal mit vielfältigen Speisen kombinieren.
 
Cuvée
Vor allem im deutschsprachigen Raum als Begriff für den Verschnitt verschiedener Grundweine. In Gegenden, in denen Schaumwein nach dem Champagnerverfahren hergestellt wird, bezeichnet Cuvée auch den feinsten Most, der zuerst aus der Kelter läuft.
 
 
D
 
Degustation
Verkostung und anschließende Wein-Bewertung. Dabei werden Auge, Nase und Gaumen (Geschmack) des Weines bewertet und Punkte für die einzelnen Werte vergeben. Bei der Degustation geht es darum, einen Wein möglichst objektiv zu beurteilen. Dies ist nur durch jahrelange Übung möglich und bedarf neben theoretischem Wissen dreierlei Fähigkeiten: Riechschärfe, Unterscheidungs- und Erinnerungsvermögen. Der Verkoster muss die verschiedenen Aroma- und Extraktstoffe des Weines, die beim "Riechen" und "Schmecken" wahrgenommen werden, genau erkennen, um sie eindeutig definieren und beschreiben zu können.
 
Dekantieren
Umfüllen des Weins in eine geeignete Dekantierkaraffe. Das Dekantieren geschieht aus zwei Gründen: Ältere Weine werden dekantiert, um sie von dem am Flaschenboden abgesetzten Depot, Farbstoffen und eventuell Weinstein) zu trennen. Jungen Weinen wird durch das Dekantieren Sauerstoff zugeführt. Die einsetzenden Oxidationsvorgänge bringen Körper und Bouquet des Weines zur Entfaltung.
Vorsicht beim Dekantieren älterer Weine! Zuviel Luftkontakt kann dem Wein schaden.
 
Dessertwein
Auch: Süßwein. Als Dessertweine gelten alle Weine mit deutlicher Restsüße. Typische deutsche Dessertweine sind fruchtige Spät- und Auslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine. Besondere Raffinesse erhalten Dessertweine durch Edelfäule. Als Dessertweine gelten neben diesen edelsüßen Weinen aber auch aufgespritete Weine (also Weine, denen zur Verstärkung zusätzlicher Alkohol zugegeben wird) wie etwa Portwein und manche Sherryarten.
 
 
E

Edelfäule
willkommene Form des Befalls von Weißweintrauben durch den Schimmelpilz Botrytis cinerea. Durch den Schimmel wird der Traube Wasser entzogen. Es entsteht ein hochkonzentrierter Wein mit einem charakteristischen Duft. Er erinnert an würzigen Honig und hat mitunter eine Beimischung von gekochtem Kohl. Die berühmtesten edelfaulen Weine stammen aus Sauternes. In Deutschland sind vor allem Beeren- und Trockenbeerenauslesen durch Edelfäule geprägt. Eine wichtige Voraussetzung zu ihrer Entstehung ist das Klima: neblige Herbstmorgen und warme Nachmittage begünstigen ihr Wachstum. Nur reife Weißweintrauben profitieren von dem Befall. Bei zu frühem Schimmelbefall entsteht dagegen die gefürchtete Graufäule. Bestimmte Rebsorten sind für den Schimmel besonders empfänglich, darunter Riesling und Gewürztraminer.
 
Edelsüß
Bezeichnung für hochwertige, teilweise liebliche Weine ab der Qualitätsstufe Auslese.
 
Eiswein
Er nimmt unter den Prädikatsweinen eine Sonderstellung ein. Die Trauben werden erst bei einer Temperatur von minus 8° Celsius gelesen. Das gefrorene Lesegut muss sofort weiterverarbeitet werden.
Das Eis bleibt beim Pressen in den Beeren zurück, nur der austretende Saft wird vergoren. Charakteristisch für Eiswein ist die Verbindung von konzentrierter Süße und hoher Säure. Dies macht den Eiswein zu einem beeindruckenden "Meditationswein" und zum Begleiter edler Desserts, besonders Gebäck.
 
extra trocken
Geschmacksbezeichnung für Schaumwein. Enthält zwischen 12 und 20 Gramm Restsüße.
 

F

Farbe
Die Farbe des Weins entsteht vor allem durch Pigmente, die in ganz unterschiedlicher Konzentration besonders in den Schalen der Trauben vorkommen. Besonders ausgeprägt sind sie beim Rotwein. Weißwein hingegen besitzt kaum Pigmente. Hier sind es vor allem Phenole, die die Farbe des Weins bestimmen. Die Farbe eines Weines gibt vor allem Aufschluss über Rebsorte, Ausbau, Qualität und Alter des Weins. Beim Weißwein sind grüne Reflexe in der Regel ein Zeichen für jungen Wein, beim Rotwein dagegen ein blauvioletter Farbton. Beim Altern bekommen Weine meist zusätzliche Brauntöne. Weißweine werden gold- bis bernsteinfarben, Rotweine hingegen ziegel- bis braunrot mit orangefarbenen Reflexen.
 
Fass
Für den Ausbau des Weines nach der Gärung gibt es verschiedene Fasstypen. Lange Zeit war Holz der am meisten verbreitete Werkstoff. Heute kommen auch Materialien wie Beton, Kunststoff und Edelstahl zum Einsatz. Für die Verwendung von Holz sprechen mehrere Gründe: Die Durchlässigkeit des Holzes lässt den Wein stärker mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff reagieren, was zu einer Milderung der im Wein enthaltenen Tannine und zu einer Verbesserung der Komplexität beitragen kann. Größe, Alter und Holzart sowie die Techniken des Fassbaus sind Faktoren, die den Charakter des Weines bestimmen.
Bei jungen Fässern nimmt der Wein die im Holz enthaltenen Tannine auf, die manchen Weinen ein zusätzliches Gerüst geben. Je kleiner das Fass, desto größer der Einfluss auf den darin reifenden Wein. Der Fassausbau fördert aber auch Klärung und Stabilisierung des Weins. Immer mehr Rot- und auch manche Weißweine werden in Deutschland nach französischem Vorbild im kleinen Eichenholzfass, dem Barrique, ausgebaut.
 
Filtration
Vor dem Abfüllen wird der Wein filtriert, um alle Trübstoffe und die Hefen zu entfernen. Ein Nachgären kann so verhindert werden.
 
Flaschen
Der gebräuchlichste Behälter für Wein besteht aus Glas. Es ist zwar relativ schwer, hat aber für lange Lagerdauer den Vorzug, völlig neutral zu sein und den Wein nicht zu verfälschen. Weinflaschen werden heute in einer großen Vielfalt an Formen, Farben, Dicken und Designs hergestellt. Standardflaschenformen haben sich aber nicht nur für bestimmte Regionen, sondern auch für Weinarten durchgesetzt. Anspruchsvolle Chardonnays sowie Grau-, Weiß- und Spätburgunder werden meist in bauchigen Burgunderflaschen abgefüllt. Bordeauxweine und andere Cuvées mit Cabernet oder Merlot als Hauptrebsorte kommen meist in hochschultrigen Bordeauxflaschen auf den Markt.
Flaschenfarbe: Licht ist ein Feind bei der Lagerung des Weines, deshalb sind viele Weinflaschen dunkel eingefärbt. Die meisten Flaschen sind grünlich und braun. Heute ist ein blaugrüner Ton häufig anzutreffen, möglicherweise eine Reminiszenz an viktorianische Zeiten, als blaues Glas besonders beliebt war.
Flaschengrößen: Die Standardweinflasche hat im allgemeinen ein Volumen von 0,75 Litern, lediglich einfachere Qualitäten werden in Literflaschen angeboten. Die gängigen Flaschengrößen sind ein Vielfaches bzw. Teil der Standardgröße von 0,75 Litern.
Halbe Flaschen haben ein Volumen von 0,375 Litern, eine Magnum ein Volumen von 1,5 Litern. Weitere Vielfache der Standardgröße heißen Marie-Jeanne (2,25 L), Doppelmagnum (3 L), Jeroboam (4,5 L) und Impériale (6 L)
 
Filtration
Vor dem Abfüllen wird der Wein filtriert, um alle Trübstoffe und die Hefen zu entfernen. Ein Nachgären kann so verhindert werden.
 
fruchtig
Geschmacksbezeichnung für Wein.
 
 
G
 
Ganztraubenpressung
Technik bei der Bereitung von Weißwein. Hier wird auf das Abbeeren der Trauben ganz verzichtet. Die Trauben werden mit den Stielen gepresst, ohne vorher zerkleinert worden zu sein. Diese Technik empfiehlt sich vor allem bei reifen und edelfaulen Trauben mit zähflüssigem Saft. Die Stiele erleichtern das Ablaufen des Phenolen.
 
Ganztraubenvergärung
Gärung des Rotweins ohne vorheriges Abbeeren der Trauben. Diese traditionelle Methode hat den Nachteil, dass die Stiele dem Wein harte Tannine mitgeben können. Vorteil: die Stiele erleichtern das Ablaufen des Mosts und sorgen für verbesserte Belüftung während der Maischung.
 
Geschmack
Die wichtigsten allgemein gebräuchlichen Begriffe zur Beschreibung von Wein bei der Verkostung (Degustation):

Abgang: Nachgeschmack, der nach dem Herunterschlucken für mehr oder weniger lange Zeit nachklingt.
Adstringierend: Durch
Tannine hervorgerufenes Gefühl, daß sich der Mund zusammenzieht.
Ausgewogen: Alkoholgehalt, Säure und Geschmacksstoffe stehen im richtigen Verhältnis zueinander.
Biss: Der erste, meistens durch die Säure hervorgerufene Eindruck auf der Zunge.
Blumig: Der Duft von Blumen, z. B. Veilchen beim Bordeaux, Lindenblüte bei jungen Silvaner, Wildrose bei Gewürztraminer.
Bukett: Die Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe
Eiche: Der Duft nach Eichenholz, der beim
 -Ausbau entsteht. Gut bei Weinen, die lange in Flaschen reifen, bei einfachen Weinen oft übertrieben.
Erdig: Der Duft von frischer Erde.
Frisch: Junger Wein mit ansprechender Säure, oft mit perlender Kohlensäure.
Fruchtig: Erkennbare Aromen von Trauben und anderen Früchten, z. B. schwarze Johannisbeere beim Cabernet Sauvignon, exotische Früchte oder Aprikosentöne bei Riesling.
Gehaltvoll: Hoher Alkoholgehalt, verbunden mit intensiven Geschmacks- und Aromastoffen.
Geranien-Ton: Der Duft nach Geranien deutet auf Konservierungsmittel (z.B. Sorbinsäure) hin.
Harmonisch: Gut ausgewogenes Verhältnis von Alkohol und
Extraktstoffen.
Herb: Wie Adstringierend, durch
Tannine oder Säure hervorgerufenes Gefühl, daß sich der Mund zusammenzieht. Nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Begriff trocken.
Korkgeschmack: Durch einen verdorbenen Korken hervorgerufener muffiger Beigeschmack.
Körper: Das Zusammenspiel von Alkohol, Geschmacks- und Aromastoffen
Lebendig: Junger Wein mit ansprechender Säure, oft mit perlender Kohlensäure.
Leicht: Harmonisches Verhältnis von wenig Alkohol und Extraktstoffen, meist verwendet für junge Weine.
Lieblich: Deutliche Restsüße
Rassig: Kräftige, fruchtiger Säure und ausgewogenem Alkoholgehalt.
Reintönig: Sortentypisch und sauber im Geschmack, ohne fehlerhafte Aromen.
Samtig: Harmonische Rotweine mit zurückhaltenden
Tanninen und ausgewogenen, milden Aromen.
Schwer: Hoher Gehalt an
Extraktstoffen und Alkohol.
Spritzig: Wein mit lebhafter, ansprechender Säure und etwas perlender Kohlensäure.
Trocken: Durchgegorener Wein mit wenig Restsüße
Vollmundig: Große Fülle an Alkohol und Extraktstoffen mit langem Abgang.

Geschmacksrichtungen
Im deutschen Weinrecht gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, die den Süßegrad von Wein und Sekt ausdrücken. Da die im Sekt enthaltene Kohlensäure den Geschmack der Süße vermindert, liegen die zugelassenen Restzuckerwerte hier zum Teil erheblich höher.
 
Bezeichnung
Wein
Schaumwein / Sekt
brut / herb
Nicht gebräuchlich
Bis 15 Gramm Restzucker
extra brut
Nicht gebräuchlich
Bis 6 Gramm Restzucker
extra trocken
Nicht gebräuchlich
12 bis 20 Gramm Restzucker
trocken
Bis 9 Gramm Restzucker
17 bis 35 Gramm Restzucker
halbtrocken
9 bis 18 Gramm Restzucker
33 bis 50 Gramm Restzucker
lieblich (feinherb)
18 bis 45 Gramm Restzucker
Nicht gebräuchlich
süß
Über 45 Gramm Restzucker
Nicht gebräuchlich
mild
Nicht gebräuchlich
Über 50 Gramm Restzucker
 
Gesundheit
Über den Zusammenhang von moderatem Weinkonsum und Gesundheit sind in letzter Zeit zahlreiche Studien erschienen. Insbesondere das Risiko eines Herzinfarkts soll durch den Konsum von Wein gesenkt werden. Während die positive Wirkung in einigen Studien auf die Phenole im Rotwein zurückgeführt wurden, so belegt eine der größten Langzeitstudien der Welt, dass Weißwein in diesem Punkt dem Rotwein ebenbürtig ist.
 
Gewürztraminer
auch Clevner, roter Traminer.
Farbe: goldgelb, Aromen: Rosenblüte, Akazienhonig, Orangenmarmelade, Vanille; Geschmack: hoher Alkohol und geringe Säure, gehaltvoll.
 
Gärung
Umwandlung von Zucker in Alkohol (Äthanol) unter Abschluß von Sauerstoff. Dabei entstehen große Mengen von Kohlendioxid. Die Gärung wird durch Hefen in Gang gesetzt. Grundsätzlich läßt sich sagen: Je langsamer die Gärung verläuft, desto besser können sich die Aromen im Wein entwickeln. Daher kühlen viele Kellermeister den Wein während der Gärung (nur bei Stahltanks möglich!).
 
 
H
 
halbtrocken
Geschmacksbezeichnung von Wein und Sekt / Schaumwein. Kategorie zwischen den trocken und fruchtig/ lieblich ausgebauten deutschen Weinen. Die Restsüße bei halbtrockenem Wein kann zwischen 9 und 18 Gramm pro Liter betragen, wenn dabei der Restzuckergehalt den Säuregehalt nicht mehr als 10 Gramm übersteigt. Bei Schaumwein liegen die Werte wesentlich höher: hier sind Werte zwischen 33 und 50 Gramm pro Liter erlaubt.
 
Hefe
Einzellige Pilze, die sich sehr schnell durch Zellsprossung vermehren und für die Gärung des Weines verantwortlich sind. Hefen kommen in der natürlichen Umgebung von Wein vor. Manche Winzer bevorzugen allerdings die kontrollierte Gärung durch Zuchthefen.
 
Herb
Bezeichnung für einen sehr trockenen, säurebetonten Weißwein oder einen tanninbetonten Rotwein. In der Bezeichnung für stille Weine lässt "herb" nicht unbedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Restzuckergehalt zu. Beim Schaumwein dagegen entspricht "herb" der französischen Bezeichnung brut mit einem Restzucker-Gehalt von maximal 15 g/l.
 

I

Imprägnier-Verfahren
Das künstliche Hinzufügen Kohlendioxid bei Schaumwein. Unter hohem Druck wird der Wein anschließend in Flaschen abgefüllt. Die Kohlensäure ist durch dieses Verfahren nicht so gut in den Grundwein eingebunden wie bei der Flaschengärung. Diese preisgünstigste Herstellung von Schaumwein muss auf dem Etikett durch den Text "mit zugesetzter Kohlensäure", französisch "vin mousseux gazéifié", italienisch "frizzante", ausgewiesen sein.
 
 
J
 
 
Jahrgangswein
Jahrgangswein wird entweder ganz oder zu einem großen Teil aus Trauben eines Jahrgangs gewonnen. Je nach Land, Gebiet oder Wein kann der Anteil variieren. Bei Qualitätsweinen wird in der Regel der Jahrgang auf dem Etikett genannt. Bei Schaumweinen und Sekt ist ein Verschneiden von verschiedenen Jahrgängen üblich. Andernfalls ist der Jahrgang ausgewiesen.
 
Jungfernwein
Nach mindestens drei bis fünf Jahren liefert ein neu gepflanzter Rebstock den ersten Wein, den so genannten Jungfernwein.
 
Jungwein
Wein mit abgeschlossener Gärung, der bereits begonnen hat, sich zu klären, aber noch nicht von der Hefe getrennt wurde.
 
 
K
 
Kabinett
Bezeichnung für die erste Stufe von Qualitätsweinen mit Prädikat (QmP). Für jedes Anbaugebiet und für jede Rebsorte gelten unterschiedliche Mostgewichte. Unter den Prädikatsweinen haben Kabinettsweine die niedrigsten Mostgewichte und sind daher am leichtesten.
 
Kalorien
Mit knapp 700 Kcal pro Liter (Rotwein und Dessertwein etwas mehr) enthält Wein relativ viele Kalorien. Dies ist vor allem auf den Alkohol- und den Restzuckergehalt zurückzuführen.
 
Keltern
Verfahren zum Gewinnen von Most. Lange Zeit wurde der Most durch Austreten mit den Füßen gewonnen. Dieses Verfahren ist fast überall durch maschinelle Mühlen abgelöst worden. Bei der Herstellung von Rotwein werden Schalen und Kerne nicht vom Saft getrennt. Denn nur so gelangen die Extrakte der Schalen beim anschließenden Maischen in den Wein.
 
Kork
Klassischer Verschluss für Wein- und Sektflaschen. Gerade für alterungsfähige Weine kaum durch andere Materialien zu ersetzen. Das Material stammt von Rinde der Korkeiche, die vor allem in Spanien und Portugal, dem Zentrum der Korkerzeugung, wächst. Grundsätzlich gilt: je länger der Korken und je geringer die Maserung, desto hochwertiger ist er. Besonders hochwertige und lagerungsfähige Weine sind mit bis zu sieben Zentimeter langen Korken verschlossen.
Der Korken wird aus der dicken, äußeren Rinde der Korkeiche ("Quercus suber") hergestellt. Er ist leicht, sauber, wird selten von Fäulnis befallen, ist luftundurchlässig, extrem elastisch und hat eine lange Lebensdauer (20 bis 50 Jahre). Eine billige, aber keineswegs gleichwertige Alternative sind Presskorken, die aus Korkkrümeln zusammengeklebt werden. Vor allem auch die in den letzten Jahren sich drastisch verschlechternde Qualität des Ausgangsmaterials (die weltweite Nachfrage nach Naturkorken übersteigt die Ressourcen) führen zum berüchtigten Korkschmecker, einem der häufigsten Weinfehler.
Sehr gute Alternativen für nicht allzu lagerfähige Weine sind Kronkorken, Schraubverschlüsse oder Kunststoff-Korken.
 
Korkgeschmack
Bezeichnung für Wein, der durch einen schlechten Korken verdorben ist. In der Regel macht der Korkgeschmack den Wein ungenießbar. Er verleiht dem Wein einen schimmelähnlichen, muffigen Beigeschmack. Der Geschmack beruht auf Schimmelpilzen, die sich bei der Produktion des Korkens eingenistet haben. Als eine der wesentlichen Ursachen gilt die Chlorbleiche, durch die Trichloranisol entstehen kann, das schon in geringsten Konzentrationen den üblen Geschmack hervorruft.
Neben diesem echten Korkgeschmack gibt es zahlreiche Fehler der Weinherstellung oder der Lagerung, die zu Unrecht dem Korken zugeschrieben werden.
 
Körper
Geschmackliche Bezeichnung für den Gesamtextrakt des Weines. Rund 500 verschiedenen Substanzen und Stoffe, die gelöst im Wein vorkommen, bilden den Körper. Dazu zählen u.a. Restzucker, Säuren und Tannine. Menge und Zusammensetzung des Extrakts entscheiden über Qualität, Farbe, Aroma, Bouquet und Haltbarkeit. Je weniger Trauben ein Rebstock trägt, bzw. je weniger Wasserbestandteile die Beeren haben, umso höher ist der Gesamtextrakt. Bei einer Degustation werden Weine als extraktreich (vollmundig, körperreich, voll) oder extraktarm (dünn, flach, kurz) bewertet.
 
 
L
 
lieblich
Geschmacksbezeichnung für Wein mit einer Restsüße zwischen 18 und 45 Gramm pro Liter.
 
 
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